Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von merin » Donnerstag 14. Februar 2013, 08:55

Merkwürdig. Die Koryphäe auf dem Gebiet in Berlin ist wohl der Dr. Pham in Neukölln, der hat auch zum Warten geraten. Vorschulalter sind wir ja jetzt (regulär wäre Tochterkind eins der Kinder, das mit 5 eingeschult würde und sie ist jetzt 5). Uns hat nur die Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte dazu geraten, eine Implantation jetzt zu erwägen und das mit den Ärzten zu besprechen, deshalb hatte ich diesen Marathon unternommen. Und war eigentlich davon überzeugt, dass wir jetzt implantieren. Aber von den 5 Ärzten war keiner dafür, auch die Ober- und Chefärzte im Virchow nicht. Tochter hat ja leichte Druckprobleme und trägt keine KL und die meinten trotzdem alle, man wisse nicht, wie eine Implantation auf den Druck wirke und Warten sei immer besser.
Uns hat das Virchow auch von Beginn an gesagt, der beste Implantationszeitpunkt sei so 16/17 Jahre, das hat sich nicht geändert. Unsere niedergelassene Augenärztin ist der gleichen Meinung.
Und ja, ich mag Frau Waffenschmidt auch gern, dachte aber, auch sie habe für eine späte Implantation plädiert, es sei denn, es gäbe Anzeichen dafür, dass das Kind mit Brille nicht optimal versorgt sei.

Wie waren denn bei Euch die OPs? Wie gingen die Kinder damit um?

Angela
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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von Angela » Donnerstag 14. Februar 2013, 09:01

Naja, vielleicht ist es ja die Sache mit dem Druck. Damit haben wir keine Probleme.

Lustig ist ja auch, dass Dr. Pham vor Jahren noch der war, der Babys implantiert hat..... Da haben alle im Virchow mit dem Kopf geschüttelt.

Es ist wahrscheinlich immer stark vom Einzelfall abhängig.

Meine Kinder haben die OP's eigentlich (soweit ich das einschätzen kann) sehr gut gemeistert. Die Große geht sogar ausgesprochen gern ins Krankenhaus.... Die Kleine scheint da jetzt auch nicht irgendwie traumatisiert zu sein. Sie war allerdings wirklich noch klein (10 Wochen) und hat ansonsten noch keinen Kontakt mit Krankenhäusern gehabt, außer bei den Untersuchungen, und da macht sie eigentlich gut und offen mit....

Sohnemann hätte auch mit 5 in die Schule gekonnt. Da wir mit der zweiten Tochter doch die Erfahrung gemacht haben, dass das zu früh war, haben wir bei ihm gewartet. Er kommt in diesem Jahr mit 6 3/4 in die Schule

LG

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von merin » Donnerstag 14. Februar 2013, 09:40

Ja ich denke auch, man muss den Einzelfall betrachten. Und wir haben auch einen Rückstellungsantrag gestellt.

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von glupsch » Donnerstag 14. Februar 2013, 22:08

Nochmal zum Angeglotzt-Werden:
Ich bin ja sehr selten mit Starbrille unterwegs, da ich meine KL extrem gut vertrage, aber ab und zu kommt es halt doch mal vor. Meine Erfahrung ist, dass es meistens die Erwachsenen sind, die doof glotzen. Kinder schauen auch mal komisch, fragen dann aber meistens lautstark, warum denn die Frau da eine so komische Brille aufhat. Ist mir persoenlich erheblich lieber, als wenn man nur stumm angestarrt wird.
Mir ist auch schon mehrfach aufgefallen, dass gerade diese Glotzer eine Starbrille oft mit einer geistigen Einschraenkung (zu gut deutsch einem Trottel) verbinden. Einer Frau, die mir in der U-Bahn gegenueber sass, fielen mal fast die Augen raus, als ich mein Quantenmechanik-Buch rausgezogen hab :mrgreen:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
- Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von merin » Freitag 15. Februar 2013, 11:16

Ich frag mich ja immer wieder, wie ich gut damit umgehe. Ich schaue auch manchmal interessiert, aber eine fremde Frau auf ihre Brille (oder Gehhilfe oder was weiß ich) anzusprechen, wäre ja auch merkwürdig, oder? Und angestrengt wegsehen auch... Was ist Dir da am liebsten?

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von glupsch » Freitag 15. Februar 2013, 12:10

Klar, ich weiss ja auch aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist. Alles, was nicht "normal" ist, ist per se ein Hingucker, da kann man gar nicht viel machen. Hingaffen oder angestrengt wegschauen ist beides ungefaehr gleich bloed fuer den Betroffenen, weil es zeigt, dass man eben nicht normal aussieht. Das weiss ich natuerlich auch selbst, will aber trotzdem nicht andauernd daran erinnert werden.

Am liebsten ist es mir natuerlich, wenn ich anderen nicht anmerke, ob sie meine Brille ueberhaupt bemerkt haben. Nur ist mir natuerlich auch klar, dass das in vielen Faellen Wunschdenken ist. Sie sticht ins Auge, und sich die Ueberraschung nicht anmerken zu lassen ist nicht jedermans Sache. Zumindest nach meiner persoenlichen Erfahrungen scheinen das die Amerikaner uebrigens deutlich besser drauf zu haben als die Deutschen...

Mir persoenlich ist es dann eigentlich lieber, die Leute fragen einfach, anstatt dass ihnen entweder die Augen aus dem Kopf fallen oder sie Loecher in den Boden starren. Allerdings trag ich meine Starbrille ja auch sehr selten, so dass sich meine Erklaerungen dann immer noch in ueberschaubarem Rahemn halten wuerden. Muss man tagtaeglich zigmal erklaeren, wieso man so eine dicke Brille auf der Nase hat, steht man da wahrscheinlich anders dazu. Zumal ja auch nicht jeder seine Krankenakte an die grosse Glocke haengen will.

Was ich immer richtig bloed finde, ist, wenn ein Kind ganz arglos frag, und von der Mutter dann nur ein verschaemtes "Schschsch, sowas sagt man nicht!" kommt, am besten zieht sie den Nachwuchs dann auch noch weg. Da waere mir eine kindgerechte Erklaerung a la "Die Frau hat eben schlechte Augen und muss das korrigieren, damit sie was sieht." tausendmal lieber. Oder wie gesagt einfach fragen, ich glaub, der natuerlichen und unverfaelschten Neugier eines Kindes kann niemand wirklich boese sein.
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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von merin » Freitag 15. Februar 2013, 17:37

Danke. Wegen einer dicken Brille schaue ich sicher nicht mit großen Augen, aber manche Leute haben schon seltsame Apparaturen am Körper, die auch meinen Blick auf sich ziehen...

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von Loony Moon » Dienstag 2. Juli 2013, 17:03

Auch wenn die Diskussion und die Erfahrungen schon etwas älter ist ...

Mir ging es damals so, dass eine ältere Frau sich in den Kinderwagen beugte, Sohni anstarrte und schließlich brüllte: "Ach Gottchen, so ein kleines Kind und so dicke Gläser." Kind war damals 10 Monate alt, trug seine 15 Dioptrien -Starbrille und ich war in diesem Augenblick einfach zu überrascht, um überhaupt irgendwie zu reagieren. Ausser mit Flucht. :roll: Damals (vor über 20 Jahren) war ich einfach noch nicht abgehärtet genug. :lol:

Als sich die Linsenimplantationen anboten, haben wir die Möglichkeiten genutzt, weil auch durch das Gewicht der Starbrille gerade im Sommer ziemlich häufig zum gereizten Nasenrücken führte.

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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von Merles Papa » Freitag 23. August 2013, 16:10

Ich kann gar nicht sagen, ob es mich stört, denn ganz ehrlich: ich seh das meistens sowieso nicht :D ! Ich kann oft nicht feststellen, was die Leuter richtig ansehen, daher ist mir das völlig egal. In der Pubertät hatte ich eher andere Probleme, ich konnte ja nicht richtig sehen, ob das weibliche Wesen gegenüber auch flirten will odernicht, aber was andere denken, war mir immer sehr egal.

Bei unserer Tochter (jetzt fast 10 Monate) haben wir eigentlich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die meisten Leute finden die Brille niedlich oder lassen sich erklären, was es damit auf sich hat. In unserer Krabbelgruppe hat Merle den Status des Nesthägchens (zumal sie so klein ist) und wird immer liebevoll und aufmerksam umsorgt.
Wir gehen aber auch sehr offensiv mit der Einschränkung um. Andere Kleinkinder fanden die Brille bisher nur spannend und wollten sie unserer Merle klauen, aber die kann sich schon wehren.

Was ich immer mache ist, wenn Merle eine Brille auf hat und die Leute komisch fragen, ich erkläre, dass sie normalerweise Kontaktlinsen trägt, dass führt in der Regel zu Bewunderunsbekundungen, Aussagen wie: das könnte ich nicht, und schon nimmt ein Gespräch eine ganz andere Wendung. (Ich kann es aber selber auch nicht, nur meine Frau ist Linsenreinachprofi!!)
Zuletzt geändert von Merles Papa am Mittwoch 28. August 2013, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.

mama2012
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Re: Starbrillen: Bifokal und Gleitsicht

Beitrag von mama2012 » Samstag 24. August 2013, 14:58

Musste eben schmunzeln, denn so sage ich es auch, wenn jemand die Brille bestaunt. Und der Kleine ist dann nicht so das Opfer, sondern ein kleiner tapferer Held, der sich KL einbauen läßt.

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