OP im Erwachsenenalter

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Gabriele
Beiträge: 2
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OP im Erwachsenenalter

Beitrag von Gabriele » Dienstag 6. Juli 2004, 00:13

Erstmal einen herzlichen Dank, liebe Angela, dass du dieses Forum erstellt hast!!!! Niedergelassene Augenärzte sind mit dem angeborenen grauen Star oft überfordert.

Ich(45) habe seit meiner Geburt den grauen - bisher nicht operierten - Star auf dem rechten Auge. Abgesehen von Lichtreflexen ist es blind. Eine wohl dadurch bedingte Schielstellung ist 09.2001 in der Uniklinik Köln operiert worden.

1.
Mein Chirotherapeut sprach bei der letzten Behandlung mein Auge als eventuelle Ursache meiner HWS-Beschwerden und ständigen Kopfschmerzen an. Ich solle mir einen - auf diesem Gebiet erfahrenen - Augenarzt suchen, um mit diesem eine evtl. OP zu besprechen.
Leider sagte er mir nicht, wie und wo man einen solchen findet bzw.
ob die OP sinnvoll ist, ob das Gehirn es noch schafft, vom fast einäugigen Sehen auf das Sehen mit 2 Augen umzuschalten.

2.
Beruflich bedingt arbeite ich sehr viel am Computer und muss viel lesen.
Seit längerm verkrampft sich der Bereich hinter dem gesunden linken Auge. Anfangs nach längerem Arbeiten und Lesen, inzwischen manchmal schon morgens kurz nach dem Aufstehen.
Ich habe bereits den Augenarzt gewechselt, um eine andere Meinung zu bekommen, aber auch die neue Augenärztin half nicht weiter (Rat: augenoberfläche-befeuchtende Augentropfen verwenden).

Wer weiss Rat????
Wer hat ähnliche Probleme???

Liebe Grüße
Gabriele

Miriam
Beiträge: 9
Registriert: Dienstag 10. August 2004, 09:40
Wohnort: Korntal

OP

Beitrag von Miriam » Dienstag 10. August 2004, 10:27

Hallo Gabriele,
Leider muss ich dir mittteilen, dass es so gut wie unmöglich ist, dass du auf dem Betroffenen Auge jemals mehr sehen wirst.
Das Augen, bzw das Sehen entwickelt sich erst nach der Geburt, aber nur wenn das Auge, bzw die Netzhaut einen Anreiz hat zu sehen. Diese Entwicklung ist (Angaben je nach Literaturquelle unterschiedlich) mit 2 bis 6 Jahren abgeschlossen. Danach kann man leider noch nicht viel machen.
Somit würde in deinem Fall eine OP keine großen Unterschiede bringen. Das Auge würde zwar mehr Reize erhalten, kann sie aber nicht verarbeiten (die Netzhaut ist nicht ausgeprägt). Daher denke ich, das eine OP in deinem Falle keine Großen Vorteile bringt. Und ein beidäugiges sehen wirst du leider gar nicht mehr erreichen.
Damit würde deine Haltung, wenn sie an den Augen liegt nicht besser werden. Im übrigen ist es gut möglich, der Mensch gleich viel durch seine Körperhaltung aus.
Zu deinen Probelmen mit der Arbeit am PC und beim lesen, es gibt die Möglichkeit einer Lese- oder Arbeitsbrille.
Zur Augenglasbestimmung kannst du auch gleich zu einem Augenoptiker gehen, du brauchst kein Rezept vom Augenarzt.

Ich hoffe ich habe die mit meinem Beitrag geholfen, wenn er auch nicht sehr positiv ausfällt.
Liebe Grüße Miriam

Basti

angeborener grauer Star im jungen Erwachsenenalter

Beitrag von Basti » Freitag 11. August 2006, 22:54

Auch ich möchte mich erstmal für diese Forummöglichkeit bei dir, liebe Angela, bedanken!

Ich habe meinen grauen Star schon seit meiner Geburt, mein Problem war es allerdings, dass meiner erst mit zwei Jahren bei mir festgestellt wurde.

Meine damaligen Ärzte haben wohl sehr viel an mir herum gedoktort, wurde mir erzählt, aber nichts hat mir wirklich geholfen.

Zu dem Zeitpunkt meinten dann meine Ärzte, dass ich im Erwachsenenalter wahrscheinlich bessere Möglichkeiten habe, um meine Sehkraft vielleicht doch noch wieder zuerlangen. Als ich dann allerdings mit 16 bei meinem örtlichen Augenarzt war, meinte dieser nur, erschreckender Weise, dass ich wahrscheinlich nie mehr auf meinem rechten Auge etwas sehe. Man hätte schon viel früher was machen müssen.

So und da steh ich nun. Früher wurde mir gesagt, dass ich später bessere Chance habe und heutzutage meint man, dass ich früher schon was hätte machen lassen müssen.

Jetzt bin ich 20 und hab auf meinem rechten Auge eine Sehkraft von unter einem Prozent. Mein linkes Auge ist eigentlich gesund. Aber ich geh davon aus, dass es zu sehr beansprucht von mir wird. Ich sitze Arbeitsbedingt viel vor einem Computer und muss auch recht viel lesen. Weiterhin fahre ich Auto. Ich glaube das schafft mein linkes Auge alles einfach nicht. Darum is es auch stängig rot und brennt leicht. Muss ich deswegen Angst haben meine Sehkraft auf dem linke Auge auch noch zu verlieren?

und kennt sich jemand so tiefgrüngig mit dem Thema aus und kann mir vielleicht meine größte Frage beantworten: Gibt es denn wirklich überhaupt keine Möglichkeit wieder auf beiden Augen zu sehen? Wie weit ist denn die Medizin? Es wird doch ständig behauptet, dass sie in allen Bereichen riesen Fortschritte macht.

ok das war mal mein Beitrag.
vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Basti!

Karin
Beiträge: 1
Registriert: Freitag 25. August 2006, 07:18

Angeborener grauer Star im jungen Erwachsenenalter

Beitrag von Karin » Freitag 25. August 2006, 07:34

Hallo Basti,
ich hatte angeborenen grauen Star beidseits, der aber erst endeckt wurde, als ich schon 15 war, da ich vorher nie beim Augenarzt war. Zu dieser Zeit sah ich auf beiden Augen ca. 50 - 60 %. Damals (1988) meinte mein Augenarzt, ich solle mit einer OP noch warten, bis der graue Star "reif" ist, ich also noch weniger sehe. Ich hatte seitdem immer nur eine Lesebrille, damit die Schrift einfach ein wenig größer ist. 1999 hat mich mein Chef dann zur Uniklinik nach Erlangen geschickt, weil er jemanden kannte, der sich dort operieren hat lassen und auch schon als Kind grauen Star hatte. Dort hat man mir nach den diversen Untersuchungen dann gesagt, daß bei mir eine OP wohl nichts bringen würde, da damit höchstens mein "ursprüngliches" Sehvermögen von 50 - 60 % wieder hergestellt werden kann, da meine Augen das Sehen ja nie richtig gelernt haben. Also fuhr ich wieder nach Hause. Das Thema hat mich aber nie ganz losgelassen. Mein Augenarzt war zwar auch der Meinung, daß mein Sehvermögen mit OP nicht über die 50 - 60 % hinausgehen wird, war aber inzwischen anderer Meinung, was die "Reife" des grauen Stars anbelangt und sagte, daß ich das je nach Beeinträchtigung selbst entscheiden müsse.
Dieses Jahr (bin jetzt 32) habe ich mich dann endlich zur OP entschieden, das erste Auge wurde im Februar, das zweite im März operiert. OP und Nachbehandlung lief völlig problemlos. Und siehe da - mein Augenarzt war selbst völlig von den Socken (sagt er mir auch jedes Mal, wenn ich zur Untersuchung da bin) - mein Sehvermögen ist jetzt ohne Brille rechts 60 % und links über 90 % und mit Brille (Gleitsicht) auf beiden Augen nahezu 100 %. Die 60 % auf den linken Auge resultieren aber laut Augenarzt nur daher, daß ich dort so eine starke Netzhautverkrümmung habe, die man zuvor wohl nicht so feststellen konnte. Hätte dort also ohnehin eine Brille gebraucht.
Es ist zwar rechts nun schon ein "Hauch" von Nachstar zu erkennen, aber den kann man lt. Augenarzt problemlos weglasern (hoffe ich zumindest).
Aber bis jetzt bin ich so was von zufrieden. Es ist ein ganz anderes Lebensgefühl und ich kann selbst nicht glauben, was ich zuvor alles nicht gesehen habe. Den direkten Vergleich hatte ich da natürlich, als ein Auge operiert war und das andere noch nicht. Da hab ich mich öfter gefragt, wie ich so überhaupt zurechtkam.
Vielleicht ist die Situation bei Dir ein bißchen anders, weil Du den grauen Star ja nur einseitig hast. Aber das kann Dir sicher Dein Augenarzt sagen. Aber ich würde sagen, einen Versuch ist die OP allemal wert. Es kann ja nicht schlechter werden (mal von den allgemeinen OP-Risiken abgesehen, die aber angeblich sehr, sehr gering sind).
Ich wünsch Dir alles gute und hoffe, daß ich Dir damit ein bißchen geholfen habe.
Viele Grüße
Karin

Enit
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 8. März 2007, 11:51

Frage an Basti

Beitrag von Enit » Donnerstag 8. März 2007, 12:02

Hey,
ich habe auch einen angeborenen Grauen Star auf dem linken Auge der auch erst mit 1,5 Jahren bei mir festgestellt wurde.
Mir riet man auch immer von einer Op ab, auch von einer Schiel-OP, da mein Schielen wohl in den Augen der Ärtze nicht so schlimm und stark sei. Nun hab ich mich aber mit 23 Jahren endlich mal dazu entschieden den Grauen Star wegmachen zu lassen, weil er sich nämlich verschlechtert hat. Ich hatte soweit ich es weiß immer so unter 10% Sehkraft auf dem linken Auge gehabt und nun nur noch ca.5% was für mich doch echt schon ein Unterschied ist. Es kommt mir nun wirklich so vor als würde ich tatsächlich nichts mehr sehen auf dem Auge, auch beim Autofahren hab ich nun Probleme!

Meine Frage an Basti ist: hast du dich denn jetzt operieren lassen? und ist dein Sehen dadurch besser geworden?
Meine OP wir Ende Mai diesen Jahres sein, ich verspreche mir nicht viel davon, nur, dass der Graue Star dann weg ist und er sich halt nicht mehr verschlimmern kann, auch wenn ich mir natürlih ein besseres Sehen wünschen würde!
Nach Gesprächen mit meinen Ärtzten machen auch die mir keine Hoffnung, dass ich besser Sehen könnte nach der OP, sie meinen nur dass man jetzt versuchen sollte diese 5% zu halten bevor das Auge ganz blind wird.

Ich habe einen Polstar, ist dass der Grund dafür das die Ärtze meinen, dass mein Sehen nicht besser werden kann auch nach einer OP? Weil mein Gehirn ja nie gelernt hat Beidseitig gut zu sehen? Mein rechtes "gesundes" Auge ist weitsichtig und hat eine Brillenstärke von 5,5.

würde mich über jede Anwort freuen!

Gruß Enit

allin
Beiträge: 1
Registriert: Montag 23. Mai 2011, 14:49
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Beitrag von allin » Montag 23. Mai 2011, 15:02

Hallo ihr Lieben,

ich habe nun schon des Öfteren mal hier rumgestöbert und sehr viele interessante Sachen gelesen!

Ich selbst habe auch einen angeborenen Grauen Star.
Mein Linkes Auge hat um die 65 % Sehkraft und das Rechte unter 30 %.
Das Rechte ist auch, wie die Ärzte so schön sagen, von Gehirn abgeschaltet, da eine OP und andere Maßnahmen als Kleinkind anscheinend nichts genützt haben.

Ich bin nun 20 Jahre alt und habe seit 2 Jahren meinen Führerschein.
Ich habe allerdings die Auflage bekommen alle 3 Jahre diesen speziellen Sehtest beim Augenarzt zu machen.
Damit bin ich nun Freitag wieder dran und ich habe wirklich rieeesige Angst dort durchzufallen und evtl. meinen Führerschein zu verlieren :(

Ich habe auch schon über eine OP nachgedacht.
Mein Augenarzt war immer der Meinung man sollte noch warten...

Glaubst ihr dass mir eine OP (zumindest am linken Auge) weiterhelfen würde? Hat jemand auch zufällig Erfahrung mit der Auflage dieses Sehtests? und weiss jemand ob man diese nach einer OP mit Erfolg sogar wieder loswerden könnte?

Ich würde mich wirklich sehr über Antworten und Infos freuen.

Viele sonnige Grüße aus Niedersachen
Allin

merin
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Beitrag von merin » Mittwoch 25. Mai 2011, 13:48

Ich kann Dir leider zu Deinen Fragen gar nichts sagen, weil ich nicht weiß, wie Dein aktueller Status ist. Sind Deine Linsen entfernt worden? Hast Du Implantate? Was würde genau operiert werden? Letztlich kann Dir wahrscheinlich nur ein Arzt sagen, wie gut die Chancen auf Besserung sind.

Der Sehtest ist ja nun schon vorbei. Ich hoffe, es war alles gut (schreibt eine, die ihren Führerschein als Fehlinvestition ansieht, weil sie fast nie Auto fährt und auch keins besitzt).

Silvia
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Beitrag von Silvia » Donnerstag 26. Mai 2011, 13:01

Also ich denke, wenn erstmal regelmäßig Tests gemacht werden kommt man da nicht mehr raus. Mein Mann wird wegen Dialyse (nun transplantiert ) immer wieder regelmäßig auf Fahrtüchtigkeit geprüft.... auch nach Transplantation ändert sich da nix. Wenn die einen erst mal in der Kartei haben :-(

Merin, ich glaub Du wohnst am falschen Ort für ein Auto :-) In so ner großen Stadt hätte ich defnitiv auch keins; da fährt man ja ne halbe Stunde um nur einen Parkplatz zu kriegen ;-)

Und hier am flachen Land wärs nicht möglich ohne. :-( Autofahren ist hier Freiheit, ohne ist man ja sozusagen zuhause gefangen *g*. Wenn Lisa jemals keinen Führerschein machen könnte, müsste sie definitiv in die nächste größere Stadt ziehen. Das ginge garnicht anders, da die Busverbindungen hier auch mehr und mehr gekappt werden (auf die paar "Alten" kommt es ja nicht mehr an). Ich glaube, hier kommt man mittlerweile noch 2 x am Tag per Bus überhaupt aus dem Ort raus; und dann muss man bis abends warten, bis man wieder heimkäme...
Positiv ist halt, das man die Kinder hier bereits ab 2 J. aufwärts ziemlich "frei" und ohne Erwachsene spielen lassen kann (mein Grund für Linsenimplantate *g*), ist aber in Berlin wohl eh nicht sooo möglich, schätz ich mal. Geht aber am Thema vorbei *g*, bin im falschen Thread.

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