Fragen nach über 30 Jahren, vor allem zur Ästhetik

Hierher gehören alle Beiträge zur OP im Erwachsenenalter oder zu anderen Problemen, die erwachsene Betroffene haben (Bitte nicht mit dem Altersstar verwechseln.).

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Thea
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Fragen nach über 30 Jahren, vor allem zur Ästhetik

Beitrag von Thea » Donnerstag 16. April 2009, 15:00

Hallo,

schön, dass es dieses Forum gibt. Ich habe mich schon durch viele Beiträge gelesen. Mein Problem mit dem angeborenen grauen Star habe aber anscheinend nur ich: Ich bin in den 70ern, als ich zwei Jahre alt war, am angeborenen grauen Star operiert worden. Man hat die Linse abgesaugt und eine künstliche eingepflanzt. Danach Auge abkleben, Brille, Kontaktlinse, etc. Sehen kann ich damit seit jeher trotzdem nur ca. 5 %, da mein Auge das Sehen ja nicht "gelernt" hat. Auf dem anderen bin ich über die Jahre stark kurzsichtig geworden, sehe mit Linsen und Brille aber zum Glück 100%. Hatte auch keine Problem mit dem Führerschein.

Was mich immer viel mehr gestört hat, gerade in der Pubertät: Durch die OP bzw. das Absaugen sind meine Augen nicht mehr gleich. Ich hatte eigentlich zwei grüne Augen. Nach der OP wurde das operierte Auge braun, und die Pupille ist viel kleiner und nach oben verzogen, also eher stilförmig. Meinen Eltern gegenüber wurde das so begründet, dass man einfach genug absaugen musste, um sicher zu gehen, dass kein Starrest im Auge zurückbleibt. Meine Eltern sind auch keine medizinischen Experten (ich auch nicht) und haben sich mit dieser Begründung abgefunden. Auf Bildern vor der OP sehe ich, dass ich zwei "normal aussehende" Augen hatte. Bei nachfolgenden und neuen Untersuchungen und Ärzten (da ich leicht geschielt habe, hatte ich 1995 eine Schiel-OP) wurde ich öfter gefragt, ob ich einen Unfall hatte. Das operierende KH hat natürlich nie eine Bemerkung darüber gemacht, dass irgend etwas falsch gelaufen war. Für mich sieht es aber nach einer (vermeidbaren?) Verletzung aus bzw. war das ganze vielleicht etwas zuviel des Guten.

Frage: Klingt das für die Experten unter euch normal? Ich habe oft darunter gelitten, dass mich alle Welt auf meine unterschiedlichen Augen ansprach. Klar, einige finden es auch interessant und witzig, aber ich wäre lieber nicht so "einzigartig". Man kann es nun eh nicht mehr ändern und selbst wenn etwas schief gelaufen wäre ist es nun vermutlich verjährt, und der Arzt von damals lebt meines Wissens gar nicht mehr, aber ich würde einfach gern wissen, ob man diese Veränderung hätte vermeiden können. Alle Ärzte winden sich bei dieser Frage nur - eine Krähe hackt der anderen natürlich kein Auge aus. Was meint ihr dazu?

Silvia
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Eine Krähe hackt der andern kein Auge aus....

Beitrag von Silvia » Donnerstag 16. April 2009, 16:17

.... ich denke mal so wird es sein.

Lisa hat beidseitigen grauen Star. Die Augenfarbe wurde bei beiden Augen gleich nach OP braun (wegen der Tropfen??).

Die rechte Pupille ist ebenfalls sehr verzogen.

Nur 1 einzige Professorin hat beiläufig mal gesagt- dieses Auge ist nicht gut operiert.

Das blieb aber auch der einzige Kommentar dazu.
Die restlichen Ärzte (auch nicht operierende) sagten immer, da seien eben Verwachsungen und das könne eben passieren...

Thea
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Beitrag von Thea » Donnerstag 16. April 2009, 18:38

Danke für deine Antwort. Und vorher hatte sie auch eine andere Augenfarbe? Vielleicht liegt es dann ja an einer Veränderung der Regenbogenhaut aufgrund der OP? Es tut mir sehr leid für deine Tochter, ich weiß, dass ich froh sein kann (bin ich auch), dass ich mit dem einen Auge mit Sehhilfen 100% sehe und außer der Gesichtsfeldeinschränkung und wirkungsloser 3D-Brillen kaum Beeinträchtungen habe. Auch wenn es kein schönes Thema ist, bin ich froh, eure Erfahrungen lesen zu können. Bisher kannte ich niemanden außer mir, der auch einen angeborenen grauen Star hat. Meine Eltern haben beide Adleraugen und mit über 60 Jahren gerade ihre erste Lesebrille bekommen. Natürlich habe ich mich auch immer nach einer möglichen Ursache gefragt.

Ich finde es ganz toll und stark, wie sehr ihr euch hier für eure Kinder einsetzt! Als ich operiert wurde, gab es bei Weitem noch nicht soviele Infoquellen wie heutzutage, geschweige denn Internet. Von daher kann ich meinen Eltern keinerlei Vorwurf machen: sie haben das für mich getan, was aus damaliger Sicht am besten schien. Der Arzt vielleicht ja auch...zumindest ist mir die Idee lieber als mir auszumalen, dass er irgendwas vermurkst hat und nie dafür belangt werden kann.

Diana
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Beitrag von Diana » Donnerstag 16. April 2009, 19:37

Hallo Thea, meine Kinder haben beide von Geburt an sehr dunkle Augen. Braun ist da fast schon nicht mehr der richtige Ausdruck.

Beide haben auch verzogene Pupillen - die allerdings nicht auffallen wegen der Augenfarbe. Wobei mir immer gesagt wurde, dass das mit Verklebungen zu tun hat. Bei der Kleinen (19 Monate) würde man beim einsetzen der Linsen noch einmal die Verklebung lösen. Beim Großen (fast 10 Jahre) würde nur was gemacht werden, wenn es Probleme gibt.

Frage doch noch mal einen Augenarzt ob das tatsächlich was mit der Absaugung oder vielleicht doch eher was mit einer Verklebung zu tun hat. Das Problem ist nur, dass dir keiner garantieren kann das es nicht an einer anderen Stelle verklebt....

LG
Diana

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Beitrag von merin » Donnerstag 30. April 2009, 22:56

Ich finde das interessant mit der Änderung der Augenfarbe. Die hat sich bei meiner Tochter auch nach der Op geändert, wurde dunkler und in Richtung braun, aber ich dachte, das wäre ohnehin passiert. Mein Mann sagt gerade, dass er sicher ist, dass es durch die Op verursacht wurde, er führt es auf den Kotantk mit Gas wärend der Op zurück. Also das Sauerstoff rankam wo vorher keiner rankam... Weiß jemand wieso die Augenfarbe sich ändert?

Auch sie hat nun zwei ungleiche Augen, die eine Pupille hat wie einen kleinen Schnitt drin. Die Ärztin meinte dazu nichts, aber die Orthoptistin meinte, da sei bei dem einen Auge ein kleiens Stück Iris nach hinten umgeklappt worden. Es sei eben so eng im Auge, da könne sowas mal passieren. Man müsse sehen ob das die Anpassungsmöglichkeiten an Sonnenlicht beeinträchtige. Danach sagte nie wieder jemand etwas dazu...

Eva
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Beitrag von Eva » Freitag 1. Mai 2009, 22:13

Das finde ich auch sehr interessant. Grad vor kurzem hat mich unsere Frühförderin darauf angesprochen, dass die Augenfarbe bei unserer kleinen Tochter unterschiedlich ist: Ihr operiertes Auge ist auch eher braun, das gesunde ist heller und geht etwas mehr ins grün. Man merkt den Unterschied allerdings nicht sehr stark, außer der Frühförderin hat uns sonst noch niemand darauf angesprochen. Verstärkt sich der Farbunterschied im Laufe der Zeit eigentlich noch?
Und merkt Ihr eigentlich auch einen Größenunterschied? Bei uns ist das operierte Auge etwas größer. Unsere Augenärztin hat uns deswegen auch schon Tropfen gegen erhöhten Augendruck gegeben. Prophylaktisch wie sie sagt. Ein paar Monate nach der OP wurde er das letzte Mal gemessen (vor mehr als 2 Jahren), und da war er normal.

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Beitrag von merin » Freitag 1. Mai 2009, 22:38

Vor mehr als zwei Jahren? :shock: Bei meiner Tochter wird alle drei Monate gemessen. Lass unbedingt nachmessen! Die Augentropfen sidn auch meines Wissens nichts, was mal eben so prophylaktisch gegeben werden sollte.

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Beitrag von Eva » Freitag 1. Mai 2009, 22:41

Macht Ihr das dann jedes Mal unter Narkose? Wenn nicht, wie funktioniert es, dass Dein Kind still hält?

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Beitrag von merin » Freitag 1. Mai 2009, 23:09

Nein wir messen nicht unter Narkose, sondern mit so einem Gerät, das einen Plasteschnibbel aufs Auge schießt. Dazu muss das Kind nicht lange still halten. Bei anderen Kindern hier im Forum wird regelmäßig unter Narkose gemessen.

Besonders bei Verdacht auf erhöhten Augendruck erscheint es mir immens wichtig nachzumessen um ggf. eine Therapie einzuleiten.

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Braunfärbung des Auges

Beitrag von Silvia » Donnerstag 28. Mai 2009, 10:40

Mein Mann meint, das eine Auge meiner Tochter werde immer dunkler.
Da Lisa schon wiiiieder Bindehautentzündung hat (was macht Ihr bloß ohne Starbrille im Kindergarten? Lisa fängt sich dort wirklich jede Bindehautentzündung ein, sobald dort 1 Kind damit rumläuft) war ich heute früh bei unserer Augenärztin und habe sie auf die Braunfärbung angesprochen.

Dies sei eine Pigmentstörung, evtl. ausgelöst durch die OP und je mehr Pigmente sich bilden (je dunkler das Auge wird) desto größer werde die Gefahr eines Sekundärglaukoms. Fand ich ziemlich beunruhigend, da ich jetzt auch grade das Gefühl habe, dass das rechte Auge immer unkelr wird. Vielleicht (hoffentlich) bilde ich es mir nur ein.

Wie sieht das bei Euch aus? Welche Augenfarbe habt Ihr als Eltern u. welche Eure Kinder?

Peter und ich haben blau - grau - grüne Augen... Lisa nun eben das eine Auge richtig braun, das andere noch heller - zwischen grün und braun.

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Beitrag von merin » Donnerstag 18. Juni 2009, 14:49

Ich habe nun verschiedene Ärztinnen, Orthoptistinnen und die Kontaktlinsenspezialistin gefragt. Niemand berichtete von Veränderungen der Auganfarbe. Es häbe als Nebenwirkung der OP Veränderungen der Irisform und auch Hornhautverkrümmungen, aber keine Veränderung der Augenfarbe. Prognostischen Wert hätte die Augenfarbe auch nicht. Es gibt ja auch ohne Augenprobleme Menschen mit verschiedenfarbigen Augen...

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Pigmentdispersionsglaukom

Beitrag von Silvia » Donnerstag 18. Juni 2009, 15:10

Infos rauskopiert:

"Pigmentdispersionsglaukom: Der Arzt sieht bei seinen Untersuchungen z. B. eine starke Pigmentierung des Trabekelwerks (hier wird die Flüssigkeit aufgenommen, wird auch Schwamm- oder Maschenwerk genannt), dort haben sich Pigmente abgelagert, die da nicht sein sollten (auch auf der Hornhaut können diese Ablagerungen zu sehen sein). Sie behindern den Abfluss des Kammerwassers und erhöhen den Augeninnendruck – dadurch entsteht ein Pigmentglaukom (der Kammerwinkel dabei ist oft sehr weit - somit müsste dies ein sekundäres Offenwinkelglaukom sein, obwohl ja der Kammerwinkel durch die Pigmentablagerungen verstopft werden kann). Häufig schwankt der Druck, kann bei einigen Patienten besonders nach großer körperlicher Belastung stark ansteigen. Also – Achtung !

Pigmente sind Farbstoffe im menschlichen Körper, auch im Auge, danach richtet sich z. B. Deine Augenfarbe. Menschen mit wenig Pigment haben blaue Augen, Menschen mit viel Pigment haben dunklere Augen.

Auch OPs können in Folge von Entzündungen eine verstärkte Pigmentbildung zur Folge haben.

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Da frag ich mich wieder: warum geben verschiedene Ärzte untersch. Auskünfte... oder haben sie keine Ahnung... warum sagen sie dann nicht einfach, dass sie es nicht wissen!!! Ich bin sauer!!!

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Beitrag von merin » Donnerstag 18. Juni 2009, 15:28

Woher sind die Infos?

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Beitrag von Silvia » Donnerstag 18. Juni 2009, 15:32

Google einfach mal unter Pigmentdispersionsglaukom.

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Beitrag von merin » Donnerstag 18. Juni 2009, 15:34

Ich will nicht schulmeisterlich wirken, aber: Wenn Du etwas heraus kopierst ist es einfach fair die Quelle anzugeben... wenn ich google kann ich ja nur raten woher Du es hast.

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