Katarakt oder Übrigbleibsel Membran

Auf Wunsch hier ein Ort, an dem wir uns sagen können, wer wir sind und was wir so tun. Außerdem könnt Ihr hier über den weiteren Werdegang Eurer Kinder berichten und lesen. :-)

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Johanna
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Katarakt oder Übrigbleibsel Membran

Beitrag von Johanna » Dienstag 30. Juni 2015, 14:46

Guten Tag liebe Mamas und Papas,

Ich heiße Johanna, bin 33 Jahre alt und wir wohnen in Sprockhövel (in der Nähe von Wuppertal). Vor ein paar Wochen ist mir bei unserer Tochter Emilia (14 Wochen alt) eine kleine graue Stelle im rechten Auge aufgefallen. Direkt am rechten, äußeren Rand der Pupille. Wie ein Dreieck, dessen Spitze in die Mitte der Pupille ragt. Zuerst habe ich es für eine Spiegelung gehalten und mir nichts weiter gedacht. Da mir diese Stelle dann jedoch immer wieder auffiel und mein Mann mir dies bestätigte, haben wir unseren Kinderarzt befragt. Der sah die Stelle ebenfalls und überwies uns an einen Augenarzt, der sich mit Babys angeblich besonders gut auskennen sollte. Was ich da erlebte war schlichtweg eine Frechheit. Er schaute ungefähr zwei Sekunden aus 50cm Entfernung in das Auge und sagte lapidar: "ja, das ist der angeborene Graue Star. Ohne baldige Operation wird das Auge wohl erblinden." Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Ich hatte alle Hände voll zu tun, nicht auf der Stelle in Tränen auszubrechen. Natürlich habe ich nicht eine Frage stellen können. Mein Kopf war wie leer gefegt. Er leitete und weiter an eine Augenklinik in Bochum. Da haben wir am 10.07. einen Termin. Nachdem dann der erste Schock verdaut war, haben wir uns entschlossen noch eine weitere Meinung einzuholen. Nach entsprechender Recherche, haben wir uns für Eine Klinik in Dortmund entschieden. Den Termin hatten wir heute. der Oberarzt hat sich viel Zeit genommen, für die Untersuchung. Er kam zu dem Schluß, das es sich nicht um den klassischen Katarakt handelt und erklärte uns Folgendes: jedes Baby hat noch im Mutterleib eine Membran die über beiden Augen liegt. Diese Membran bildet sich normalerweise bis vor der Geburt komplett zurück . Bei unserer Tochter ist ein kleines Stück zurück geblieben. Der Oberarzt geht davon aus, dass das Auge nicht so weit eingeschränkt ist, das man etwas machen muss. Um sicher zu gehen, das die Trübung sich nicht verändert, sollen wir zu regelmäßigen Kontrollen gehen.

Wir haben uns natürlich vorsichtig sehr gefreut, haben wir doch mit dem Schlimmsten gerechnet. Noch wollen wir uns nicht zu sehr freuen, da ja noch eine weitere Expertenmeinung aussteht. Eines steht jedoch fest. Sollte der zweite Termin zu dem gleichen Ergebnis führen, werde ich den ersten Augenarzt erneut aufsuchen, um ihm kräftig meine Meinung mitzuteilen. Wie kann man nach derart schlampiger Untersuchung Eltern so eine (evt. Falsche) Diagnose mitteilen und fertig? Unmöglich.

Allerdings zeigt es auch wieder ganz deutlich, das man sich nie mit einer Meinung zufrieden geben darf . Eine zweite oder sogar dritte Meinung ist immer sinnvoll.

Ich werde auf jeden Fall nochmal berichten, wenn wir den dritten und hoffentlich letzten Arzt aufgesucht haben.

Viele Grüße
Johanna

glupsch
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Re: Katarakt oder Übrigbleibsel Membran

Beitrag von glupsch » Dienstag 30. Juni 2015, 18:35

Hallo Johanna!

Schoen, dass Du den Weg hierher gefunden hast, auch wenn der Anlass natuerlich wenig erfreulich ist. Ich druecke Euch beide Daumen, dass der zweite Arzt mit seiner Diagnose richtig liegt. Halte uns bitte auf dem Laufenden, was bei dem Termin am 10.7. rauskommt.

Unabhaengig davon, wer nun schlussendlich recht hat (irren kann jeder mal), hat der erste Augenarzt alles andere als Fingerspitzengefuehl bei seiner Diagnose bewiesen. Solche und aehnliche Geschichten liest man hier leider immer wieder.

Alles Gute Euch!
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
- Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

merin
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Re: Katarakt oder Übrigbleibsel Membran

Beitrag von merin » Sonntag 5. Juli 2015, 16:37

Hallo Johanna,

willkommen auch von mir. Das mit der Membran lese ich nicht das erste Mal, es gab mal ein Kind hier im Forum, das das auch hatte. Noch dazu sind Katarakte nicht immer dicht, Du findest hier auch Geschichten von Kindern, die nie oder erst sehr spät operiert werden mussten. Insofern war der Arzt nicht nur unsensibel, sondern auch ungenau.

Ich glaube nicht, dass man immer zwei Meinungen braucht, aber wenn man das Gefühl hat, der erste Arzt hätte sich nicht ausreichend Zeit genommen, dann würde ich immer zu einer Zweitmeinung raten. In den großen Augenkliniken schauen ohnehin immer mehrere Ärzte drauf und beraten sich. Bei dichter Katarakt muss wirklich immer und sehr bald operiert werden, dann ist das Kind aber blind auf dem Auge. Da unsere Tochter beidseits betroffen ist, war das auch für uns Laien zu merken, sie reagiert nicht auf direktes Anleuchten mit der Taschenlampe und folgte auch keinen Gegenständen mit den Augen. Ihr könntet das also, ggf. mit Abdecken des anderen Auges, leicht selbst testen. Wenn die Trübung so umrissen ist, ist die Chance, dass sie dran vorbeisehen kann, recht groß.

lg
merin

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